Buchausleihe
Sie genießen Kaffee oder Tee, Schokolade oder andere Lebensmittel aus dem Süden?
Aber: der Mensch lebt nicht vom Brot allein!
Genießen können Sie auch Literatur aud anderen Ländern - sogar bequem in deutscher Sprache.
Wenn Sie in unseren Eine-Welt-Laden kommen, können Sie solche Literatur kostenlos ausleihen. Wir laden Sie ein, doch einmal in unserem Bücherregal zu stöbern!
Hier können Sie eine Liste aller Bücher herunterladen.
Außerdem finden Sie im Vorraum eine Ständer mit aktuellen Zeitschriften und Flyern zu den Themen "Gerechtigkeit, Frieden und Umwelt".
Lesehinweise:
- Ein Leben mehr von Esther Mujawayo/Souad Behaddad
- Der Ringkampf von Buchi Emesheta
- Jäger des Wortes von Amadou Hampate Ba
Ein Leben mehr - Zehn Jahre nach dem Völkermord in Ruanda
von Esther Mujawayo/Souad Behaddad
Erinnern ist oft schwer. Für uns ist der Völkermord in Ruanda fast vergessen. Für die Opfer ist das Erinnern in anderer Hinsicht schwer.
Esther Mujawayo hat vor fünf Jahren ein Buch über diese Zeit gemacht. Die Autorin, geboren 1958 in Ruanda, ist Soziologin und arbeitet bei der Entwicklungsorganistion Oxfam.
Beim Völkermord in Ruanda vor 15 Jahren, den sie und ihre drei kleinen Töchter überlebten, wurden ihr Ehemann und viele FAmilienmitglieder getötet. Mit Hilfe der Reporterin Souad Behaddad hat sie dieses Buch verfasst, nicht nur, wie sie zu Beginn schreibt, "Zur Erinnerung an die Meinen und an alle Verwandten, die vernichtet wurden", sondern auch, um died Menschen weltweit anzuregen, "über den Völkermord nachzudenken, über seine Folgen und darüber, wie unmöglich es den Überlebenden ist, davon zu sprechen."
Schon auf den ersten Seiten des Berichts fallen anklagende Worte wie: "In weniger als einhundert Tagen wurden eine Million Menschenleben vernichtet, unter abgrundtiefem Schweigen und völliger Gleichgültigkeit ...waren fünfzig Jahre zuvor die Alliierten in der Normandie gelandet, ...und hatten die leise Hoffnung geweckt, dass "das" nie wieder geschehen würde. Doch "Nie wieder" ist wieder passiert".
Aber dennoch bleibt die Autorin nicht in der schrecklichen Vergangenheit stehen; zum Ausdruck kommt auch, wie sie die Kraft findet für ein Leben danach, wie sie den traumatisierten Frauen hilft, von denen viele durch Vergewaltigungen mit dem AIDS-Virus infiziert wurden. Zusammen mit weiteren Frauen gründet sie die Hilfsorganisation AVEGA. Heute lebt sie in Deutschland, wo sie als Traumatherapeutin mit Flüchtlingen aus afrikanischen Ländern arbeitet.
Der Ringkampf
von Buchi Emesheta
Okei war noch klein, als er im Biafrakrieg seine Eltern verlor. Nun ist er 16 und gehört zu den Jugendlichen, denen die traditionellen Vorstellungen der Dorf-Älteren nicht behagen. Ein Generationskonflikt, wie er auf der ganzen Welt vorkommt, wird hier sehr temperamentvoll, farbig und spannend beschrieben. Zugleich entsteht ein faszinierendes Bild von Tradition und kulturellem Wandel in Nigeria.
Buchi Emesheta, die bekannteste Schriftstellerin Nigerias, zeichnet mit Humor die Rollen der Alten, die Schachzüge der Jungen beiderlei Geschlechts. Sie zeigt auch, wie der Ringkampf zu einem neuen Verhältnis gegenseitiger Achtung führt.
Dieses Jugendbuch - auch für Erwachsene mit Gewinn zu lesen - kann im Eine-Welt-Laden kostenlos ausgeliehen werden. Dazu gibt es noch weitere Kinder- und Jugendbücher, verfasst von AutorInnen der sogenannten 3. Welt, die es in anderen Büchereien oder im Buchhandel nur selten gibt.
Jäger des Wortes
von Amadou Hampate Ba
In diesem autobiografischen Roman erzählt der 1900 oder 1901 in Mali geborene und 1991 in Abidjan, Elfenbeinküste gestorbene Schriftsteller, Philosoph und Ethnologe aus der Sicht des Jungen Amkoullel die Geschichte seiner eigenen Kindheit.
Er erzählt in einer gut verständlichen mitreißenden Sprache, die die Leserin oder den Leser tief in eine fremde bunte Welt versinken lässt. Mit Spannung verfolgt man das Aufwachsen des Jungen in der moslemisch geprägten Welt Malis, die Begegnung mit den weißen Kolonialherren, die der Autor humorvoll und zugleich kritisch, jedoch nicht bösartig beschreibt.
In der traditionsgewussten Kultur sind die Kinder zwar strengen Vorschriften unterworfen, wachsen aber in Liebe und doch in Freiheit auf. Ihre Eigenarten und Talente werden respektiert, un sie erleben eine Gemeinschaft mit Gleichaltrigen, wie es sich die heutigen Kinder nur wünschen künnen.
Das Buch ist eine Familiengeschichte und zugleich ein Bericht über die Kultur der Völker Westafrikas im letzten Jahrhundert. Es umfasst die Zeit von der Geburt bis zur Weigerung, eine französische Ausbildung zu beenden.
Dieses Buch, den Folgeband "Qui, mon commandant!" (ebenfalls in deutscher Übersetzung) sowie viele weitere Bücher afrikanischer SchriftstellerInnen können Sie zu den Öffnungszeiten kostenlos im Eine-Welt-Laden ausleihen!

